5 Tipps im Umgang mit dem Kollegen, mit dessen Freundin du heimlich schläfst

Bei der Weihnachtsfeier war es ja noch lustig, aber jetzt ist es Juni, und die Sache läuft immer noch. Oh Mann, wie konnte das passieren? Ausgerechnet die Freundin von dem netten Kollegen, der dir jeden Morgen so fröhlich zunickt. Hat neulich erst Bagels mitgebracht, postet #teamspirit-Fotos vom #funlunch aus eurer Kantine, spielt so gerne Hockey – jeden Dienstagabend, wenn du dich im Drei-Sterne-Hotel im Industriegebiet mit seiner Freundin triffst. Wie sollst du mit dieser Situation nur umgehen?

Hässliches Problem? Muss nicht sein. Nicht, wenn du diese fünf Ratschläge beherzigst.

1 Die Sache ausblenden

Schau, du hast den Typen vorher nicht groß wahrgenommen, du wirst dich auch jetzt nicht von ihm beirren lassen. Nur, weil du dich heimlich mit seiner Freundin triffst, hat das noch lange nicht zu heißen, dass das etwas an der Beziehung zu ihm ändert – eine Beziehung, die nicht existent war und ist. Mach einfach weiter. Sag Hallo, wenn die gesellschaftlichen Konventionen ein Hallo erfordern. Du bist ein Profi. Du hast ein eigenes Office, du gehst an die Arbeit um eben zu arbeiten. Privates belastet dich nicht, professionell sein bedeutet, dass man alles Irrelevante ausblendet. Also Excel-Sheet auf und ran. Hallo sagen und durch.

2 Und in den Pausen?

Wenn er da so einsam am Kaffeeautomaten steht und kicker.de checkt? Schlechtes Gewissen? Hey, du bist immerhin auch Mensch. Dann lad ihn halt mal zum Mittag ein. Finde raus, was das für ein Typ ist, und was seine Freundin in ihm gesehen haben könnte, bevor sie dich kennen gelernt hat. Irgendwas muss an ihm dran sein, sonst hätte sie ihn schon verlassen. Ist er vielleicht irgendwie labil? Hat er ein vielversprechendes Nebenprojekt, kann er Ruby on Rails? Ist er reich? Das findest du alles vielleicht nicht gleich beim ersten Fischstäbchen raus. Wahrscheinlich geht es dir aber besser, wenn du siehst, dass der einer ist, der mit offenem Mund kaut und gerne über Schalke redet. Der Kaffee danach geht auch auf deine Rechnung, ein Snickers ist auch noch drin. Aber dann ist wirklich Schluss mit Mitleid.

3 Die „Biedermann und die Brandstifter“-Methode

Mitleid doch zu stark? Liegst du nachts wach? Und nicht nur in den Momenten, wenn der Kollege beim Hockey oder den Französischen Filmtagen ist? Lass es raus. Sei offen, sag: „Ich schlafe mit deiner Freundin.“ Totale Ehrlichkeit funktioniert ja meistens am besten. Phantasier irgendeinen wirren Sachverhalt herauf und schließ dann gekonnt ab: „Deadline bis morgen früh einhalten? Klar. Und ich schlafe mit deiner Freundin.“ „Schalke in die Champions League? So sicher, wie ich mit deiner Freundin schlafe.“ „Blackberry wieder angriffslustig? Aber ja. So wie deine Freundin nach zwei Becks Lemon.“ Ungelenk? Risikoreich? Voll. Und trotzdem ein Klassiker. Denn niemand will es wahrhaben, niemand will sich das vorstellen müssen. Echt: Niemand will sich Schalke in der Champions League vorstellen müssen.

4 Totale Konfrontation

Ist er viel stärker und größer als du? Nein? Dann gesteh es ihm. Sei brutal ehrlich. Aber erst nachdem ihr fünf oder sechs Heineken hattet und was auch immer du noch für einen Zehner in der U8 besorgen konntest. Guck vorher vielleicht noch einmal schnell Fight Club. So ein Abend auf dem Kneipenparkplatz mit aufgeplatzter Lippe und blutiger Nase schweißt zusammen. Die Kulturgeschichte Westeuropas, rufst du schnell Neunte-Klasse-Wissen ab, ist eigentlich nichts anderes als einander jahrhundertelang besoffen auf die Omme geben – hey, und sich dann vertragen. Wenn ihr einander am nächsten Tag auf dem Flur seht, gibt es ein wissendes Nicken. Da sind sie, die Softskills, für die deine Eltern dich aufs Internat geschickt haben. Sauber, effektiv, rein. Und es wird nie wieder von der Affäre die Rede sein.

5 Totaler Rückzug

Was, wenn die Freundin vom Kollegen besser ist als die Aussicht auf Karriere? Dann sieh es ein. Fang ein neues Leben an. Irgendwo. Portugal soll super sein. Nimm sie mit. Besorgt euch diese Strohhüte, holt euch einen billigen Volvo, und wolltest du dir nicht schon immer mal die Haare färben? Das Leben ist ein großes Abenteuer. Du und sie, ihr steht am Strand und plant die Surfschule, während die Sonne rot den Horizont anflammt und leise Wellen über den Sand laufen. Was hinter euch liegt ist alles nur noch ein böser Traum aus zu langen Wintern und zu klein geträumten Leben. Ihr versteht, dass es keine falschen Entscheidungen gibt, wenn man etwas richtig macht. Und richtig, das ist es, definitiv. Klingt unrealistisch? Weit hergeholt? Du aus deiner Karriere aussteigen? Klar. Und ich schlafe mit deiner Freundin.


Alexander Langer

Alexander ist Redakteur bei Business Punk, wo er vor allem den Teil Play Hard betreut. Vorher hat er sich durch den Berliner Startup-Dschungel gehangelt, war außerdem bei 11Freunde. Noch weiter davor tausend Jobs, von denen er dir gerne mal ausführlich erzählt, wenn du nicht aufpasst.

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