Diese Firma möchte, dass ihr einen Sexvertrag über Blockchain abschließt

Hören wir den Begriff Blockchain fallen uns als erstes Wörter ein wie Kryptowährung, Bitcoin und Transaktion. Was wir in erster Linie nicht mit der Plattform in Verbindung bringen würden, sind Verträge über einvernehmlichen Sex. Die holländische Softwarefirma LegalThings bringt in einer App diese beiden Bereiche zusammen.

Und so könnte es funktionieren:

Es ist Freitagabend, man hat jemanden in der Bar kennengelernt, findet sich gegenseitig sympathisch und während man die obligatorische Frage „Zu dir oder zu mir?“ klärt, verschickt der andere über LegalFling einen verbindlichen Vertrag mit Do’s und Dont’s beim Sex. Jetzt muss die Anfrage nur noch bestätigt werden.

Verschlüsselung in der Blockchain

Wird dem Vertrag zugestimmt, landet er als Information auf einer Blockchain-Plattform. Der Vertrag wird dann mit einem kryptographischen Hash versehen, heißt, er wird mathematisch verschlüsselt. Es ist das gleiche Verfahren, das hinter Transaktionen mit Bitcoins steckt. Dadurch sollen die Verträge vor Manipulation geschützt werden.

Aber eine Blockchain ist primär ein öffentliches Kontoblatt. Hashs können auf der Plattform von jedem eingesehen werden. Außerdem sind die Unterlagen dort dauerhaft gespeichert, schreibt Motherboard. Wird der Vertrag also geändert, bekommt er einen neuen Hash. Der vorherige wird dadurch aber nicht gelöscht.

LegalFling
©LegalThings

Laut Hersteller ist die Idee für die App aus der #Metoo-Bewegung und dem schwedischen Einverständnis-Gesetz entstanden. „Sex sollte nicht nur Spaß machen. Er sollte auch sicher sein“, heißt es auf der Webseite von LegalFling. Im Userprofil kann mann seine sexuellen Vorlieben angeben, sowie die Do’s and Dont’s. Die werden dann über den Vertrag an die andere Person mitgeteilt. Auch, wenn alles vorher vertraglich festgelegt wurde: wenn man zu voreilig einer Sache zugestimmt hat, bedeutet „Nein“ am Ende aber auch „Nein“. Auch das ist vertraglich festgelegt.

Aber ob eine Blockchain als Sicherheitsgarant da die richtige Plattform ist, ist fraglich. Ist Sex doch mehr als eine Transaktion via Tipp auf einen Button. Und schon gar nicht eine einmalige Absprache kurz bevor. Die App scheint einfach alle Buzzwörter unter einen Hut bringen zu wollen, die aktuell in den Medien kursieren, in der Hoffnung auf einen Durchbruch. Wir empfehlen: Vor und während dem Sex darüber reden, was erlaubt ist und was nicht.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

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