K.O.-Tropfen: Ein Twitter-Video zeigt wie leicht ihr Opfer werden könnt

Mir wird das schon nicht passieren!“ Eigentlich sollte es ja auch nicht so schwer sein, beim Feiern auf den eigenen Drink Acht zu geben. Aber wer möchte schon jede Person im Raum verdächtigen, dich betäuben und ausrauben oder vergewaltigen zu wollen? Mittlerweile ist es jedoch Allgemeinwissen unter jungen Frauen, dass man das eigene Getränk bloß nicht aus den Augen lassen sollte. Verlässliche Statistiken zu Opferzahlen gibt es zwar nicht, doch viele Frauen, die im Nachtleben unterwegs sind haben mindestens eine Freundin oder Bekannte, der es schon einmal passiert ist. Opfer sind jedoch häufig mit Victim Blaming konfrontiert: „Selbst schuld, wie kann man es nicht merken, wenn ein Fremder etwas ins Glas tut?“

Video zeigt wie leicht es passieren kann

Zurzeit erregt ein Video auf Twitter Aufsehen in dem genau dies zu sehen ist: Eine junge Brasilianerin filmt sich und ihre Freundin auf einer Party, in der Hand hält sie einen bunten Plastikbecher. Ein Mann nähert sich unauffällig von hinten und wirft etwas in ihren Drink – so schnell, man könnte es sogar im Video fast übersehen.

Innerhalb weniger Tage wurde das Video fast 100.000 Mal geteilt. Kristal Santos, die Frau in dem Video, stellte inzwischen in klar, dass es sich dabei um einen Fake handelt. Trotzdem zeigt es eindrücklich wie leicht die Betäubung mit K.O.-Mitteln jedem passieren kann.

Das größte Problem: Die meisten Betroffenen gehen nicht zu Polizei, aus Scham oder weil sie sich nicht mehr an das Geschehene erinnern. Und selbst wenn sie es tun – Tätern kann meist nichts nachgewiesen werden. Denn die Betäubungsmittel, die als K.O.-Topfen verwendet werden sind nur kurze Zeit im Blut nachweisbar.

So könnt ihr euch schützen

So blöd es ist jeder Partybekanntschaft das Schlimmste zu unterstellen – gesundes Misstrauen ist besonders beim Annehmen von Getränken wichtig. Trinkt nichts, das euch bereits geöffnet in die Hand gedrückt wurde oder das ihr zwischenzeitlich aus den Augen gelassen habt. Denkt daran, dass die Täter nicht immer Wildfremde sein müssen. Auch Bekannte oder Dates haben manchmal nicht nur gute Absichten. Und: achtet aufeinander! Wirkt eure Begleitung auf einmal hemmungsloser als normalerweise nach zwei Drinks oder scheint benommen und orientierungslos, dann kümmert euch um sie. Verlasst die Party, holt Hilfe und achtet darauf, dass die Person nicht alleine nach Hause geht.

Hier gibt es Infos für Betroffene

In vielen Städten gibt es Frauennotrufe, die euch mit Infos und Beratung versorgen. Eine Infoseite gibt es zum Beispiel vom Berliner Krisen- und Beratungszentrum
für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen LARA und vom Weißen Ring. Schleierhaft ist uns, dass es auf Bundesebene keine Aufklärungs- und Informationskampagne zum Thema zu geben scheint: weder bei Gesundheitsministerium noch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung scheint man das Thema auf dem Schirm zu haben. Das österreichische Gesundheitsministerium hat hingegen eine Informationsoffensive K.O.-Tropfen gestartet.

 


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