Breaking-Bad-Star Bryan Cranston: Auf der Nebenstrecke zur “Isle of Dogs“

Einen Teil Ihres Wohlstands verdanken Sie natürlich „Breaking Bad“. Die erste Folge wurde vor zehn Jahren gesendet, die letzte lief 2013. Waren Sie dann dauerhaft auf Walter White festgelegt?

Erstaunlicherweise nicht. Aber das liegt sicherlich auch daran, wie ich aussehe. Ich bin ein echter Durchschnittstyp: nicht klein, aber auch nicht riesig, keine allzu auffälligen Merkmale, keine aufregende Frisur und keine Glatze, weder dick noch dürr. Das ist als Schauspieler perfekt, denn ich kann mich in alles und jeden verwandeln. Für mich gibt es kein größeres Kompliment, als wenn mir jemand nach einer Rolle sagt, ihm sei gar nicht aufgefallen, dass ich das war.

Gleichzeitig haben Sie den neuen Ruhm genutzt, um im Anschluss an die Serie jede Menge Filme zu drehen.

Ich wollte mich auch nicht auf „Breaking Bad“ ausruhen und der Rolle ewig hinterherweinen. Dazu juckt es mir zu sehr unter den Füßen. Es gibt noch so viel Spannendes zu spielen, deswegen stürze ich mich gerne in die Arbeit. Die Zeit drängt ja auch, schließlich bin ich inzwischen deutlich näher am Ende meines Lebens als am Anfang. Da gilt es, alle Gelegenheiten zu nutzen, solange sie sich mir bieten. Bevor nicht jemand zu mir sagt, „jetzt reicht’s“, mache ich natürlich weiter.

Gucken Sie eigentlich „Better Call Saul“, den Ableger von „Breaking Bad“?

Oh ja, und es ist spannend zu sehen, wie die beiden Serien sich zeitlich inzwischen annähern. Ich finde es enorm spannend, dass sich die Welt von „Better Call Saul“ für mich natürlich ausgesprochen vertraut anfühlt, aber eben doch eine ganz andere Geschichte erzählt wird. Sie fragen eigentlich bei jeder neuen Staffel, ob ich nicht mal Lust hätte, eine Folge zu inszenieren, so wie ich es bei „Breaking Bad“ ja auch irgendwann getan habe. Anfangs klappte das aus Zeitgründen nicht. Und inzwischen will ich eigentlich gar nicht mehr.

Warum das denn nicht?

Weil ich mittlerweile selbst so ein großer Fan der Serie bin. Als Regisseur mit an Bord zu kommen würde ja bedeuten, dass ich auch wissen muss, was in den Folgen davor und danach passiert, lange bevor sie ausgestrahlt werden. Das würde mir den Spaß verderben. Aber sollte Vince Gilligan irgendwann sagen, dass es Zeit wird für einen Gastauftritt als Walter White, dann wäre ich natürlich sofort dabei. Vince gehört, genau wie nach „Isle of Dogs“ jetzt auch Wes Anderson, zu jenen Leuten, die nur fragen müssen und denen ich dann, ohne auch nur einen Blick aufs Drehbuch zu werfen, zusage.

Was inzwischen viele vergessen zu haben scheinen: Sie spielten früher in „Malcolm mittendrin“ mit. Könnten Sie sich da ein Revival vorstellen?

Das könnte ich mir nicht nur vorstellen, sondern ich würde es sogar großartig finden. Tatsächlich gibt es dafür auch schon ein paar Ideen. Ein Film, der zeigt, was 15 Jahre später aus der Familie geworden ist, wäre doch eine tolle Sache. Aber ich kann natürlich noch nichts versprechen, solange es kein Drehbuch gibt. Und ohne eine richtig gute Geschichte würde ich doch zögern.

Haben Sie denn noch Kontakt zu Ihren Seriensöhnen von damals?

Zu allen! Das sind doch meine Jungs! Wenn wir gedreht haben, war ich wie ein Vater für sie, auch hinter der Kamera. Nicht zuletzt deswegen war das für mich eine meiner liebsten Rollen überhaupt. Und ich bin richtig froh und stolz, dass aus diesen tollen Kindern auch richtig tolle Männer geworden sind.

Dieser Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe 02/2018. Darin porträtieren wir Lea-Sophie Cramer, Gründerin von Amorelie. Nach der Übernahme durch ProSiebenSat.1 soll sie die Konzerntochter zu einer Lifestylemarke ausbauen. Außerdem: Quiz-App HQ Trivia, Schauspieler Bryan Cranston, DJ-Gott David Guetta und wie immer viele weitere Geschichten. Mehr Infos gibt es hier.


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