Office Pop KW 21: Die neueste und beste Musik gegen das Food Coma

Feiertagsbedingt ausnahmsweise am Dienstag: Viele Menschen brauchen im Büro was auf die Ohren, um produktiv zu sein. Daher wuseln wir uns immer Anfang der Woche durch relevante neue und alte Musik. Dieses Mal mit Parquet Courts, Blur und LCD Soundsystem.

Album der Woche

Parquet Courts – Wide Awake!

(Rough Trade, ab 18. März 2018)

Aufgepasst Office-Poger, es wird punky. Beziehungsweise postpunky. Oder protopunky mit Stranglers-Anleihen. Klassischer New Wave à la Talking Heads? Tja, irgendwie alles drauf auf „Wide Awake!“, der neuen Platte der Parquet Courts. Und weil die Band New Yorker Indie-Adel ist, hat sie sich, um all das unter einen Hut zu kriegen, absolute Pop Royalty ins Boot geholt: Kein geringerer als Brian Joseph Burton aka Danger Mouse hat das sechste Studioalbum produziert, der schon für Perlen wie Gorillaz‘ epochemachendes „Demon Days“, Portugal.The Mans „Woodstock“ oder Michael Kiwanukas Neo-Soul-Sensation „Love & Hate“ verantwortlich war.

Die Zusammenarbeit ist geglückt: die gefühlt hunderttausend Genre-Referenzen, vom Garage Rock der Strokes, über Doors-inspiriertes Orgelspiel, bis hin zu Melodien, die an Simon & Garfunkel erinnern, fließen harmonisch ineinander und ergeben ein kohärentes Album, das unter anderer Regie leicht hätte auseinanderfallen können.

„Wide Awake!“ hat jedenfalls genügend Energie für die ein oder andere Umdrehung auf dem Bürostuhl. Man sollte nur aufpassen, dass man sich dann nach drei, vier Songs auch wieder an die Arbeit macht. Ob das aber möglich ist, dafür möchte ich lieber keine Garantie geben.

Weitere heiße Alben diese Woche:

Courtney Barnett – Tell Me How You Really Feel

TT – LoveLaws

Songs, die wir lange nicht gehört haben: Blur – Song 2

Nicht nur den Kids, die früher Fifa 98 gezockt haben, hat sich dieser Song bis in alle Ewigkeit eingebrannt. Die Shoegazer-turned-Britpopper haben mit diesem Brett einen Song abgeliefert, der für die Kids der frühen Nullerjahre vielleicht fast genauso viel bedeutet hat wie „Smells like Teen Spirit“ ihren Eltern. Vier Jahre später hat sich Frontmann Damon Albarn dann mit „Gorillaz“ in die Musikgeschichte eingeschrieben.

 

Songs, die uns aus dem Food Coma hauen: LCD Soundsystem – Dance Yrself Clean

Zugegeben – das Ding fängt ziemlich zurückhaltend an, mit so bisschen Drums, zwei Noten Bass und einem James Murphy, der so ein bisschen singt: „Walking up to me expecting words, it happens all the time“. Geschlagene drei Minuten geht das so. Und man sitzt vornübergebeugt auf dem Stuhl, krümmt sich, weil man es nicht mehr aushält und sich fragt, wann es denn nun endlich losgeht. Dann, endlich, das langgezogene „Ahhhh“ bei 2:45 Minuten kündigt die Bombe an, und nach weiteren qualvollen 15 Sekunden, finally, vier laute Schläge auf die Snaredrum und es gibt kein halten mehr. Geil.

Wie immer findet ihr die besprochene Musik wöchentlich geupdated auf unserer Spotify-Playlist:


Julian Daum

Julian hat beruflich auf Wörter gesetzt, schreibt und liest daher oft. Meistens über Wirtschaft, Politik und Popkultur. Wohnt im Internet, geht aber manchmal raus zum Spielen.

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