Office Pop KW 22: Die neueste und beste Musik gegen das Food Coma

Viele Menschen brauchen im Büro was auf die Ohren, um produktiv zu sein. Daher wuseln wir uns jeden Montag durch relevante neue und alte Musik. Diese Woche mit Julian Daum und Lieke Roes.

Album der Woche

A$AP Rocky – Testing

Office Pop(ASAP Worldwide, Polo Grounds, RCA, ab 25. Mai 2018)

Erster Wtf-Moment ist Track Nummer zwei: Auf „A$AP Forever REMIX“ rappt A$AP Rocky mit T.I. und Kid Cudi über ein Sample von Moby. An keinem geringeren Song als „Porcelain“ wird sich hier bedient. Keine Ahnung, warum der Rapper aus Harlem dem veganen New Yorker 00er-Jahre-Hipster-Prototypen so viel Platz einräumt, aber so was weiß man bei A$AP Rocky ja nie so recht. Ausgefallene Samples, die man jetzt so nicht erwartet, waren ja schon immer irgendwie sein Ding.

Auch setzt er die Verwendung vieler akkustischer Sounds fort, die auf dem Vorgänger „At.Long.Last.A$AP“ von vor drei Jahren einen deutlichen Bruch mit seiner früheren Arbeit markierte. A$AP Rocky macht eben sein eigenes Ding – daher ist das Album entgegen des derzeit vorherrschenden Geschmacks auch weniger trappy, was genauso erfrischend ist, wie die Art und Weise, wie er die Zuarbeit von zahlreichen Gästen mit einfließen lässt: Nicht nur hat er es irgendwie geschafft Frank Ocean zu kriegen, der betreffende Song „Purity“ ist auch mehr ein gelungener Ocean-Song als einer von Rocky. Herausstechend sind desweiteren „Fukk Sleep“ mit FKA Twigs und „Praise the Lord (Da Shine)“ mit Skepta. Hier passiert mehr, als Gäste nur eine Hookline singen oder rappen zu lassen.

„Testing“ ist eine gelungene, eklektische Sommerplatte, mit der man am Schreibtisch ordentlich Aufgaben weggrooven kann.

Weiteres lohnendes Album diese Woche:

Chvrches – Love is dead

Songs, die wir lange nicht gehört haben:  Fatboy Slim – Weapon of Choice

Michael Jacksons „Thriller“, Madonnas „Vogue“ und ja, irgendwie auch Eric Prydz‘ „Call on me“ – in der langen Reihe legendärer Tanzvideos wird eines oft vergessen: „Weapon of Choice“ von Big-Beat-Überdaddy Fatboy Slim. Warum? Der unvergleichliche Christopher Walken ist darin. Und zu den eher verborgenen Talenten des Schauspielers gehört das Tanzen. Im Video zwar nicht immer ohne Double und Special Effects, dafür trotzdem immer wieder fabelhaft.

Songs, die uns aus dem Food Coma hauen: H.O.S.H – Woohoo

Was braucht es nach einem üppigen Lunch, der wieder mal allen Saft aus dem Hirn gezogen hat mehr, als sexy Falsett-Gesang über einem treibenden Beat und eine vibrierende Bassline? Genau, nichts mehr.

Wie immer findet ihr die besprochene Musik wöchentlich geupdated auf unserer Spotify-Playlist:


Julian Daum

Julian hat beruflich auf Wörter gesetzt, schreibt und liest daher oft. Meistens über Wirtschaft, Politik und Popkultur. Wohnt im Internet, geht aber manchmal raus zum Spielen.

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