Smart City in Toronto: So könnte die Hightech-Stadt der Zukunft aussehen

Wie werden die Errungenschaften der Technologie unsere Lebensweise in kommender Zeit verändern? Diese Frage ist wohl der Dauerbrenner der Menschheit, hat sich auch schon die Gesellschaft vor 100 Jahren solch eine Utopie ausgemalt. Zugegeben: Bei einigen Szenarien lagen sie verdammt richtig. So lange müssen wir Gott sei Dank nicht warten, um eine alles klärende Antwort zu bekommen. Schon bald könnte das erste Paradebeispiel für eine Hightech Stadt der Zukunft in Toronto entstehen.

Die Urban Innovation Organisation Sidewalk Labs und Waterfront Toronto haben diese Woche ihre Design Pläne in einer Diskussionsrunde für Community Feedback vorgestellt, denn die Einwohner Torontos haben bei der Gestaltung des neuen Stadtteils Quayside ein Wörtchen mitzureden. So viel steht fest: Die Macher wollen den künftigen Bewohnern eine Lebensqualität par excellence bieten. Klassische Probleme einer Stadt wie überteuerter Wohnraum und Verkehrschaos sollen zum Ding der Vergangenheit werden.

Nachhaltigkeit und Flexibilität

Lagetechnisch liegt der Stadtteil direkt am See. Und weil das allein an Badevergnügen nicht reicht, soll sich ein Fluss mit schwimmenden Sportplätzen und Kino-Areas durch das Viertel ziehen. Gewohnt werden soll in Hochhäusern, die alles bieten, was es so für das tägliche Leben braucht – von Wohnraum über Büroflächen bis hin zu Supermärkten. Mit viel Glück beschränkt sich der Weg ins Office also vielleicht auf eine Fahrt mit dem Aufzug oder den Gang ins gegenüberliegende Gebäude.

©Sidewalk Labs

Flexibilität lautet das Stichwort, wenn es um architektonische Highlights geht. Die Gebäude sollen so gestaltet werden, dass sie zur Lebensweise der Bewohner passen. Geplant ist, dass im Sommer öffentliche Orte wie Cafés und Bibliotheken offen zugänglich sind. Eingangstüren, die in Quayside stoa-ähnlich aussehen werden, sind dann nur noch was für den Winter, wenn sich das Leben sowieso mehr in geschlossenen Räumen abspielt. Da werden die Läden nämlich durch eine transparente Front vor starkem Schneefall geschützt. Funktionieren soll das Ganze dank Echtzeit-Wetteranalysen. Natürlich legt man in der Stadt der Zukunft einen großen Wert auf nachhaltige Ressourcen. Alle Gebäude sollen aus robustem Holz kanadischer Baumarten entstehen. Denn: Stahlkonstruktionen sind so 2010.

©Sidewalk Labs

Straßen ohne Schnee

Bei all dem Hightech-Schnickschnack wundert es nicht, dass die Bürgersteige und Straßen von Quayside nicht nur die simple Funktion erfüllen, dass man Boden unter den Füßen hat. Zusätzlich werden sie mit LED-Lichtern ausgestattet und aufheizbaren Platten versehen, die Schnee zum Schmelzen bringen – endlich Schluss mit Straßen voller Streusalz. Außerdem soll sich das Layout der Straße der Verkehrslage anpassen. Das würde Probleme wie Stau durch Berufsverkehr ein für alle Mal aus der Welt schaffen, vorausgesetzt das Konzept funktioniert einwandfrei.

©Sidewalk Labs

Einen Haken hat der futuristische, voll von digitalen Technologien durchzogene Städtebau aber: Er beruht auf Daten. Genauer gesagt, auf den Verhaltensweisen der Bewohner, die via Sensoren und Beobachtungstools erhoben werden. Auch wenn Sidewalk Labs angeben sich dabei an den Privacy by Design-Standard von Toronto zu halten, nach Privatsphäre klingt das nicht ganz.

So oder so ist Das Ganze noch Zukunftsmusik und es wird wohl noch einige Diskussionsrunden mit den Einwohnern von Toronto benötigen, bis zum ersten Spatenstich für die Umsetzung des Projekts. Die ersten Eindrücke sind allerdings schon ganz passabel und machen Lust, Quayside in Zukunft ein Besuch abzustatten.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder