Out of Germany: Warum das Arbeiten auf Bali die beste Option ist

Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Genau das macht das deutsch-österreichische Gründerduo Josef Moser und Melanie Hetzer. Seit Anfang Oktober leben sie als digitale Nomaden in Asien und arbeiten dort, wo es ihnen am besten gefällt. Bis jetzt waren sie schon in Bangkok, Singapur – und nun auf Bali. Sie haben sich während des Entrepreneurship Masterstudiums im schwedischen Lund kennengelernt und haben 2015 die Gesundheitsplattform Cora Health gegründet. Warum gerade eine App im Gesundheitsbereich? Beide ihrer Väter leiden unter Bluthochdruck. Und obwohl Bluthochdruck eine ernstzunehmende Erkrankung ist, erhalten Betroffene kaum Unterstützung bei der nachhaltigen Bekämpfung der Erkrankung. Das wollen sie mit ihrer Gesundheitsplattform Cora Health ändern.

Um ihr eigenen Lebensstil als Digitalnomaden zu unterstützen, haben sie Cora Health in der Zwischenzeit in eine estnische OÜ (das Pendant zur GmbH) überführt, da der estnische Staat es Unternehmen erlaubt, alle Geschäftsaktivitäten und Behördengänge komplett online durchzuführen. Wir haben mit Melanie und Josef über die besten Netzwerk-Spots auf Bali und über die Pain Points dort gesprochen.

Warum habt ihr euch entschieden, in einem anderen Land zu arbeiten?

Den Traum digitale Nomaden zu werden und die Welt zu bereisen hatten wir schon lange. Den Entschluss, es tatsächlich zu machen, haben wir erst Anfang des Jahres gefasst. Wir leben nach dem Motto “work isn’t a place you go to, it’s a thing you do”. Die Digitalisierung ermöglicht es uns, jederzeit und von überall aus zu arbeiten. Warum sollten wir also jeden Tag von 9 bis 5 im selben Büro sitzen, wo wir doch in modernen Coworking Spaces und hippen Cafés auf der ganzen Welt neue Leute und Kulturen kennenlernen können?

Was ist dort besser ist als in Deutschland? 

Das Reisen ermöglicht es uns, neue Menschen, Länder und Kulturen kennenzulernen. Es inspiriert uns, die Geschichten anderer digitaler Nomaden zu hören. Und obwohl wir erst knapp zwei Monate unterwegs sind, können wir sagen, dass es so viele Dinge gibt, die wir nicht erlebt hätten, wenn wir zu Hause geblieben wären.

Was uns an Bali besonders gut gefällt, ist die große Community an digitalen Nomaden. Hier trifft man viele Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann und von denen man viel lernen kann – und all das zu monatlichen Gesamtkosten, für die man sich nicht einmal eine Zwei-Zimmer-Wohnung in München leisten kann.

Und was sind die Pain Points dort?

Manchmal ist es nicht so einfach an einem Ort zu arbeiten, an dem andere Leute Urlaub machen. Während andere an den Strand gehen oder mit dem Moped durch die Reisfelder cruisen, sitzen wir in einem Café und arbeiten. Da fällt es nicht immer leicht auf Anhieb die Motivation zu finden. Ein weiterer Nachteil des Digitalnomaden-Lebens sind auch die vielen Abschiede. Es ist zwar schön so viele Leute kennenzulernen, aber unsere Wege trennen sich irgendwann auch wieder, denn jeder hat seine eigene Reiseroute. Das ist oft sehr schade.

Euer „favorite place to work“ auf Bali?

Auf Bali gibt es viele Coworking Spaces und unzählige hippe Cafés zum Arbeiten. Wir gehen aber am liebsten in Coworking Spaces, da wir dort die nötige Infrastruktur wie Internet und bequeme Stühle haben. Außerdem ist das der beste Ort um andere digitale Nomaden kennenzulernen. Unser Lieblings-Coworking Space auf Bali ist Bali Bustle, der auch Coliving anbietet. Das ist sehr praktisch, da wir so in nur wenigen Schritten an unserem Arbeitsplatz sind.

Und wo trifft man spannende Leute zum Netzwerken?

Die besten Orte zum Netzwerken sind die Coworking Spaces wie Hubud, Dojo Bali oder Bali Bustle. Man kann sich tageweise oder auch gleich für einen ganzen Monat einmieten und bekommt einen Arbeitsplatz mit guter Infrastruktur und so viel Tee und Kaffee wie man möchte. Oft bieten die Coworking Spaces auch Workshops zur Weiterbildung oder gemeinsame Aktivitäten wie Yoga oder Surfen an. Da werden aus Fremden schnell neue Freunde.

Was vermisst ihr aus Deutschland?

Neben unseren Familien und Freunden vermissen wir vermutlich das Essen am meisten. Wir essen zwar gerne lokale Gerichte, dennoch fehlen uns in Deutschland gängige Lebensmittel, zum Beispiel Milchprodukte wie Käse oder Joghurt. Und manchmal haben wir auch einfach Lust auf deutsche Hausmannskost.

Business Do´s und Dont´s auf Bali?

Die Kultur auf Bali ist sehr kollektivistisch. Man hilft sich gegenseitig, um ans Ziel zu kommen. Ebenso lassen sich weder die Einheimischen noch die Digitalnomaden auf Bali so sehr im Alltag stressen wie wir in Deutschland. Das zeigt sich auch im Pragmatismus der Menschen. Unser Moped und unsere Surfstunden haben wir beispielsweise ohne vorherigen persönlichen Kontakt einfach über Whatsapp gebucht. Das wäre in Deutschland nicht möglich.

Könntet ihr euch vorstellen wieder nach Deutschland zurückzukommen?

Die Welt ist unser Zuhause. Da wir bereits vor unserem Leben als Digitalnomaden im Ausland studiert haben, bereitet es uns keine Probleme für längere Zeit in einem fremden Land zu sein. Außerdem gibt es noch viele wunderbare Orte, die wir entdecken möchten. Momentan planen wir, zum nächsten Sommer zurückzukehren. Wir schließen es aber nicht aus, nächstes Jahr erneut der kalten Jahreszeit zu entfliehen.

Weitere spannende Leute, die wir auch für unsere „Out of Germany“-Serie interviewt haben, findet ihr hier.


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