Gute Mitarbeiter finden – und halten: Drei Tipps für das perfekte Recruiting

Wer bei Gründern nachfragt, was sie nachts besonders schlecht schlafen lässt, der bekommt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu hören, wie schwierig es ist, wirklich gute Mitarbeiter zu finden – und diese dann auch zu halten. Hier kommen drei Tipps für erfolgreiches Recruiting.

Ein Gastbeitrag von Oscar Jazdowksi

1. Unterzieht eure Recruiting-Wunschliste einem Realitäts-Check

Viele Gründer beklagen, wie wettbewerbsintensiv der Stellenmarkt von heute ist – besonders weil ihnen Tech-Giganten wie SAP, Zalando oder Google die Talente vor der Nase wegzuschnappen scheinen. Die Wahrheit ist aber eine andere: Schaut man sich Planungen und Prozesse genauer an, stellt man schnell fest, dass gerade junge Unternehmen schlicht die falschen Personen ins Visier nehmen.

 

So bedeutend Erfahrungen und die richtigen Fähigkeiten von Bewerbern auch sein mögen, mindestens genauso wichtig ist das entsprechende Mindset. Unternehmen sollten deshalb gezielt nach Talenten Ausschau halten, die zu ihren Werten und der Unternehmenskultur passen. Und weil die meisten Arbeitgeber im Gehaltspoker mit den großen Playern sowieso den Kürzeren ziehen würden, sollten sie sich vor allem auf ihre Stärken konzentrieren und versuchen, mit Visionen, der Unternehmensmission sowie den eigenen Werten wie Teamgeist zu punkten.

2. Startet euer Onboarding schon vor dem ersten Tag

Nachdem Unternehmen ihre Wunschkandidaten für sich gewinnen konnten, führt ein schlecht geplanter und wenig interaktiver Onboarding-Prozess mit einer Portion zu viel kaltem Wasser nicht selten zu frühen Abgängen. Das Problem: Viele Verantwortliche unterschätzen die Bedeutung dieser Einarbeitungs- und Eingewöhnungsphase enorm.

Oscar Jazdowski verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Finanzierung von Tech-Unternehmen.

Dabei erhöht gutes Onboarding die langfristige Bindung zu einem Unternehmen erfahrungsgemäß deutlich – und steigert gleichzeitig die Effizienz neuer Mitarbeiter in kürzester Zeit. Wichtig ist, schon vor dem ersten Tag mit dem Prozess zu beginnen und einen Einarbeitungsplan anzulegen sowie einen Mentor zu bestimmen, der dem Newbie in der Anfangszeit zur Seite gestellt wird. Außerdem kann es helfen, Check-up-Gespräche nach der 30-60-90-Tage-Regel zu installieren, um regelmäßig Fortschritte und allgemeines Feedback diskutieren zu können. Grundsätzlich gilt aber für das gesamte Onboarding: Je mehr investiert wird, desto besser und nachhaltiger ist das Ergebnis.

3. Macht Diversität und Inklusion zu Eckpfeilern eures Recruiting-Prozesses

Wollen Unternehmen heute erfolgreich sein und potentielle Bewerber mit einer modernen und offenen Unternehmenskultur überzeugen, sind zwei Themen unumgänglich: Diversität und Inklusion. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass häufig viel darüber geredet, aber zu wenig unternommen wird. Wichtig ist es, sich konkrete Ziele zu setzen und sie in praktische Maßnahmen zu übersetzen. Eine Richtlinie wie “bis 2020 wollen wir unseren Frauenanteil in Führungsebenen auf 50 Prozent erhöhen” schafft beispielsweise Orientierung und gibt eine Richtschnur vor, an der sich das Unternehmen transparent messen lassen kann.

Das Ziel muss in jedem Fall sein, am Ende ein Team aus Personen zu haben, die Unternehmen und Produkt mit ihren unterschiedlichen Lebensläufen und Hintergründen bereichern und voranbringen. Und wer im ersten Schritt keine geeignete Kandidatin für eine ausgeschriebene Senior-Position findet, der sollte mit den Junior-Stellen anfangen, um sich langfristig einen geeigneten Pool für entsprechende Beförderungen zu schaffen.

Oscar Jazdowski ist Co-Head der Silicon Valley Bank Deutschland. Die Bank hat im vergangenen Jahr ein Büro in Frankfurt eröffnet und unterstützt seitdem hierzulande Technologieunternehmen und deren Investoren. 


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