Stiftung zeigt, wie wirkungsvoll ironische Slow Claps gegen Vorurteile sind

Es sind ja nicht nur die Weihnachtsfeiern. Da sind auch noch Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungen. Bei all diesen Anlässen gibt es sie, die latent rassistische Oma, die erzählt, dass sie jetzt immer das gute Silber wegsperrt, seit die neue Putzfrau aus Kenia kommt. Oder den immer etwas zu zotigen Onkel, der Frauen doch immer – nicht nur mit einem, sondern „sogar wegen zwei Argumenten“ – unterstützt und seine Nichte erst recht. Kurz, überall gibt es sie, diese unangenehmen Augenblicke, in denen man nichts lieber täte, als der lieben Verwandschaft auf immer den Rücken zu kehren.

Aber man ist ja miteinander vewoben. Geht ja nicht. Aber einfach nichts sagen? So einem unreflektierten Bullshit einfach Raum gewähren? Das geht doch irgendwie auch nicht. Und wir alle wissen, die Geduld und die richtige Argumentation aufzubringen ist so mühsam. Hilfestellung in solchen Situationen bietet zum Beispiel das Missy Magazin, das Argumentationshilfen gegen die gängigsten sexistischen Stammtischparolen zusammengestellt hat. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet selbiges gegen rechtsextreme Vorurteile.

Klatschen statt diskutieren?

Leider ist es auch oft Tatsache, dass man mit den besten Argumenten einfach nicht ankommt gegen die Sturköpfigkeit. Wer dem ganzen trotzdem nicht unnötig viel Raum lassen und gleichzeitig darauf hinweisen möchte, dass man das Gesagte nicht zu den intellektuellen Glanzleistungen des 21. Jahrhunderts zählt, der versuche doch mal den Slow Clap – ironisches Klatschen. Wie wirkungsvoll und für alle Beteiligten unangenehm das sein kann, zeigt die Initiative #ClapforCrap der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Mehrere Filmchen zeigen typische Situationen und Sprüche, die oft nur betretenes Schweigen erzeugen. Wie heilsam da so ein langsames Klatschen durch die Luft schneidet.

Heißt es jetzt also Klatschen gegen Sexismus und Rassismus? Tja, im großen Stil wird das wohl auch nichts helfen, aber zumindest seit Nancy Pelosi und ihrer Erfindung des Sarcastic Clap wissen wir, was für eine Wirkmächtigkeit ein wohl platzierter Klatscher haben kann.

 


Business Punk Redaktion

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