King of Streams: Wer kann Capital Bra das Wasser reichen?

Um den Namen Capital Bra ist in letzter Zeit wohl kein Mensch herumgekommen. Er dominiert seit Monaten die deutschen Musikcharts, releaste im letzten Jahr drei Alben, die alle in den Top 2 landeten, und kickte jetzt mit 1,4 Milliarden Streams auf Spotify den bisherigen King of Streams Ed Sheeran von Platz eins der meistgestreamtesten Künstler in Deutschland.

Für Außenstehende besteht deutscher Hip-Hop wohl nur noch aus Capital Bra und ein paar One-Hit-Autotune-Wonder. Doch das Genre hat noch einige Künstler zu bieten, die auch dank Spotify schon über mehrere Jahre Rekorde brechen und Erfolge feiern können. Wer kann also dem amtierenden King of Streams das Wasser reichen?

Raf Camora und Bonez MC

(Credits: bonez187erz/Instagram)

Ihre beiden eigenen Künstlerprofile auf Spotify zählen jeweils 2,6 Mio. monatliche Hörer (BonezMC) und 2,3 Mio. monatliche Hörer (Raf Camora). Doch die beiden sind nicht nur als Solo-Künstler erfolgreich, sondern vor allem durch ihre beiden Kollabo-Alben „Palmen aus Plastik“ und „Palmen aus Plastik 2“ einer breiteren Masse bekannt geworden.

Tanzbare Dancehallbeats gepaart mit asozialer Straßenattitüde sind das Erfolgskonzept der beiden Alben. Mit „Palmen aus Plastik 2“ haben Raf und Bonez im Oktober letzten Jahres innerhalb eines Tages 9,5 Mio. Streams sammeln können und knackten damit den Rekord der meisten Album-Streams innerhalb eines Tages.

Juju

(Credits: jujuvierundvierzig/Instagram)

Die Berliner Rapperin Juju wurde durch ihr gemeinsames Musikprojekt „SXTN“ mit der Rapperin Nura bekannt. Mittlerweile haben sich die beiden getrennt und sind als Solo-Künstlerinnen am Start. Mit über 1,5 Mio. monatlichen Hörern gehört Juju zu einer der meistgestreamtesten Rapperinnen in Deutschland und das ohne ein einziges Solo-Album. Lediglich Singleauskopplungen und Feature-Parts können auf ihrem Künstlerprofil gehört werden.

Auch wenn ihre Songs auf den ersten Blick nur von Oberflächlichkeiten und Bling Bling handeln, wird dem geübten Hip-Hop-Hörer schnell klar, dass Juju viel mehr als nur Rapperin ist. Sie setzt sich in der Männerdomäne Deutschrap mit Texten wie „Ihr nennt es Feminismus? Ich nenn‘ es einfach Menschlichkeit. Denn im Gegensatz zu euch Heuchlern sind für mich alle Menschen gleich“ für mehr Gleichberechtigung ein.

Ufo361

(Credits: ufo361/Instagram)

Ufo361 ist einer der erfolgreichsten Rapper, der während den Anfängen des Autotune-Hypes bekannt geworden ist. Quasi jedes Lied und jeder Part von Ufo wird mit Autotune ausgeschmückt. Und der Erfolg damit gibt dem Berliner Rapper recht. Auf seine Herkunft ist er übrigens so stolz, dass er nicht nur sein Debütalbum „Ich bin ein Berliner“ genannt hat, sondern die beiden nachfolgenden Alben passend zur ersten LP „Ich bin 2 Berliner“ und „Ich bin 3 Berliner“ genannt hat.

Trotz der meistens eher minimalistisch gehaltenen Texte hören auf Spotify über 2,4 Mio. Hörer monatlich seine Musik. Mit dieser beachtlichen Zahl reiht Ufo sich in die Reihe der erfolgreichsten deutschen Rapper auf Spotify ein.

Kontra K

(Credits: kontrak/Instagram)

Kontra K schaffte mit dem Song „Erfolg ist kein Glück“ im Jahr 2015 seinen Durchbruch zu einer größeren Bekanntheit, auch bei sonst Rap-fernen Hörerschaften. Das könnte unter anderem daran liegen, dass Kontra K, nach eigener Aussage, bei seinen Liedern darauf achtet, jeden seiner Songs mit gutem Gewissen auch seinem Vater vorspielen zu können.

Seine Lieder sind für viele seiner über 2,6 Mio. monatlichen Hörer Motivation um an sich selbst zu arbeiten. Das ist zumindest die Message die Kontra K in vielen seiner Songs vermittelt. Erfolg ist eben kein Glück, sondern Blut, Schweiß und Tränen.

Loredana

(Credits: loredana/Instagram)

Die Schweizer Rapperin Loredana ist erst im Jahr 2018 durch ihre Songs „Sonnenbrille“ und ihren Kollabo-Song „Bonni & Clyde“ mit dem Rapper Mozzik, der außerdem ihr Freund und Vater ihres Kindes ist, bekannt geworden. Ihre Musik bedient die typischen Hip-Hop-Klischees und ist häufig mit Autotune versehen.

Bisher gibt es von ihr nur vier Singles und kein einziges Album. Dennoch schafft die Schweizerin es mit ihrer eher spärlichen Diskografie, knapp 1,5 Mio. monatliche Hörer auf Spotify für ihre Musik zu begeistern und gehört damit jetzt schon zu den meistgestreamtesten Rapperinnen in Deutschland.

 


Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!

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