Die verrufene Generation Z: So motivierst du junge Kollegen

Der Generation Z wird nachgesagt, sie sei faul, arbeitsscheu und überheblich. Manche Unternehmen gehen sogar so weit, dass sie sich weigern, Praktikanten dieser Generation einzustellen. Krasse Aktion und unprofessionelle Verallgemeinerung. Denn, wie sagt man so schön: Von einer Person kann man nicht auf alle schließen. Zudem werden die Arbeitsbedingungen härter, die guten Plätze umkämpfter. Und am Ende braucht man irgendwann dann doch neue und junge Kollegen. Wer also will, dass die Gen Z richtig Bock auf sein Unternehmen hat, kann sie auf folgende Arten motivieren:

# Augenhöhe

Klar, du hast zehn oder mehr Jahre Berufserfahrung, kennst die gängigen Stolperfallen, weil du selbst hineingeflogen bist, und hast Ahnung davon, wie der Hase läuft. Aber lass das auf gar keinen Fall deine jungen Kollegen spüren. Auch du warst mal in derselben Situation. Die Gen Z spürt die Abneigung, die ihr entgegenkommt. Egal ob Praktikant, Werkstudent oder festangestellter junger Kollege, niemand möchte gern von oben herab behandelt werden. Stattdessen auf Augenhöhe und höflich auf Fehler hinweisen und Handlungsabläufe erklären. Wer das Gefühl hat, nicht für blöd gehalten zu werden, nur weil nicht alles auf Anhieb klappt, ist gleich viel bereiter, sich zu engagieren und etwas zurückzugeben.

# Flexibilität

Ein Wort, bei dem sich jedem mit einer guten Summe Berufserfahrung und klassischer Arbeit in Vollzeit die Nackenhaare aufstellen. Ja, der Praktikant will halt einmal die Woche um 17 Uhr zum Yoga gehen, die junge Kollegin zweimal die Woche von zu Hause aus arbeiten, weil ihr Hund sonst zu lange allein ist. Und ja, das gab es früher so nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und freie Zeiteinteilung ist eine Währung, mit der man Talents ködert. Natürlich sollte es eine Voraussetzung sein, die ersten Wochen im Büro zu verbringen, um anständig eingearbeitet zu werden. Wenn aber im Anschluss der/die Kolleg*in alles einwandfrei erledigt und nicht eine Deadline nach der anderen verbockt wird, dann sollte man doch in der Lage sein, auf ein paar Wünsche einzugehen.

# Wertschätzung

Gut gemacht. Hört man doch gern, oder? Auch wenn für dich die Dinge dank Erfahrung easy von der Hand gehen, hat nicht jeder von Beginn an solche Skills wie du. Zeig deshalb, dass du Vertrauen in die Praktikant*innen und jungen Kolleg*innen hast und ihre erfolgreiche umgesetzten Aufgaben wertschätzt. Wenn ihnen bewusst wird, dass sie etwas Produktives für das Unternehmen beitragen können und nicht nur da sind, um Kaffee zu holen oder unliebsame Präsentationen zu erstellen, dann arbeiten sie auch mit mehr Motivation daran, etwas Anständiges auf die Reihe zu bringen.

# Empathie

Ja, deine Zeit als Berufsanfänger war wohl auf jeden Fall anders – und ja, du hättest vielleicht auch gern mehr deine Träume verfolgt. Doch lass nicht andere dafür büßen, dass sie die Gnade der späteren Geburt nutzen können. Selbstverwirklichung steht bei der Generation Z hoch im Kurs. Viele wollen etwas eigenes auf die Beine stellen oder zumindest ihrem Leben einen Sinn geben. Das ist natürlich bei einem 9 to 5 Job nicht immer der Fall. Wenn also dein Praktikant davon schwärmt, später als Gründer vor VCs zu pitchen, dann solltest du dir das Lächeln verkneifen und stattdessen versuchen, empathisch zu reagieren. Vielleicht kennst du sogar jemanden, der dem jungen Kollegen auf seinem Weg weiterhelfen könnte. Glaub mir, der wird dir auf ewig danken.

Kleiner Disclaimer: Extrawünsche muss man sich verdienen. So sollte klar sein, dass die Praktikantin, die immer zu spät kommt, nur halbherzig Aufgaben erledigt und jeden Tag zwei Stunden früher zur Meditations-Session verschwindet, nicht die Vorzüge des Homeoffice genießen darf. Ebenso der junge Kollege, der mit erhobener Nase darüber spricht, wie gut er doch alles – trotz fehlender Arbeitserfahrung – kann und jeden mit falschen Aussagen belehrt. Allerdings sind all diese Verhaltensweisen keine Erfindungen der Generation Z, sondern ziehen sich ausnahmslos durch jede Altersschicht. 


Business Punk Redaktion

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