Leonard Beck: „Wenn man heutzutage ein Verbraucherprodukt herstellt, sollte man einen Blick auf die Zukunft haben“

Leonard Beck ist Mitgründer des Unternehmens Standsome. Mit ihrem Stehschreibtisch möchte das Unternehmen dafür sorgen, dass in den Büros der Republik endlich wieder mehr gestanden wird. Denn durch eine ständig wechselnde Arbeitsposition lassen sich frühzeitige Rückenbeschwerden vermeiden. Was das Unternehmen außerdem für die eigene Nachhaltigkeit macht, erfahrt ihr im Interview.

Wie kam die Ideen zum Standsome?

Das war bei uns eigentlich ziemlich aus dem eigenen Bedarf heraus. Wir haben vorher in einem anderen Unternehmen gearbeitet und hatten da natürlich Schreibtische. Und wollten gern zwischendurch im Stehen arbeiten.

Deshalb haben wir uns umgeschaut, was es so am Markt gibt. Und haben dann relativ schnell gemerkt, dass es da nicht soviel gibt. Vor allem wenn man die vorhandenen Schreibtische behalten will. Es gibt natürlich die elektrisch verstellbaren Schreibtische, die aber doch ziemlich teuer sind. Und Aufsätze gab es eigentlich nur aus Pappe. Da haben wir gesagt: Okay, irgendwie schade, dass es da nichts gibt.

Und wie habt ihr dann mit der Umsetzung begonnen?

Da haben wir uns einfach Mal für ein Wochenende eingeschlossen und ein bisschen rumgesägt und probiert. Danach hatten wir einen ersten Prototyp, der dann auch bei Freunden und Bekannten ziemlich gut ankam. Und dann haben wir gesagt: Okay, vielleicht können wir davon noch ein bisschen mehr machen.

Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir dann eine befreundete Flugzeugingenieurin mit ins Boot geholt, die uns dann bei der ganzen 3D-Umsetzung geholfen hat. Und auch die Statik noch mit berechnet hat. Und dann hatten wir auch schon – also mehr oder weniger schon – den Standsome.

Das hört sich nach einer schnellen Umsetzung an.

Es hört sich am Ende schneller an, als es in Wirklichkeit war. Es hat so von der ersten Idee bis zum Produkt etwa ein Jahr gedauert.

Du redest dauernd von „Wir“. Hattest du von Anfang an Leute an deiner Seite, die dich begleitet haben?

Wir sind insgesamt drei Gründer. Die anderen Beiden sind aber nicht mehr im operativen Geschäft, sondern eher im Hintergrund, weil sie schon wieder an neuen Projekten dran sind.

War das denn dein erstes Startup, dass du auf die Beine gestellt hast?

Ja, für mich war es das erste Startup. Die anderen Beiden hatten schon Mal ein Startup. Aber für mich war das etwas ganz Neues. Glücklicherweise hatte ich eben die Expertise der anderen Zwei, die die ganze Gründung begleitet haben.

(Credits: Standsome)

Ihr habt dann auch relativ schnell einen Preis für euer Unternehmen abgestaubt.

Genau. Also wir haben das Unternehmen schon Mitte 2016 gegründet und sind Mitte 2017 bis Ende 2017 an den Markt gegangen mit dem Standsome. Und Ende 2018, also jetzt im November letzten Jahres, haben wir den hessischen Gründerpreis gewonnen.

Das war ein ganz schöner Push, gerade was die Aufmerksamkeit für das Produkt angeht. Und natürlich war es auch eine schöne Bestätigung, weil man gemerkt hat: Okay, das ist wirklich etwas Neues.

Wieso habt ihr euch denn für den Rohstoff Holz entschieden?

Holz war für uns von Anfang an klar, weil wir finden, dass es von der Haptik ein wirklich schöner Rohstoff ist. Außerdem war es uns direkt wichtig, dass es ein nachwachsender Rohstoff ist und nicht irgendwelche Kunststoffelemente verbaut werden. Wir wollten von Anfang an eben nur diesen lebendigen Werkstoff Holz nutzen. Da ist kaum ein Weg drum herum gegangen.

Und wie war der ganze Entwicklungsprozess?

Durch das Holz als Rohstoff war bei der Produktentwicklung natürlich schon Mal ein Faktor gegeben. Dann haben wir überlegt, wie wir das am besten herstellen können und haben von Anfang an – etwas blauäugig – gesagt: Wir wollen das Holz lasern. Daher kommen am Produkt auch die dunklen, verbrannten Kanten.

Blauäugig in etwas hineinzugehen, kann ja auch genau der richtige Weg sein, um als Startup eine Branche aufzumischen.

Genau. Wir hatten ein Problem und wollten das lösen. So kann man es schon sagen. Uns war es eben wichtig, dass man das Produkt sehr flexibel handhaben kann. Auf den Schreibtisch stellen kann, wieder wegstellen kann und dass es nicht zu viel Platz einnimmt. Gleichzeitig sollte es aber auch verstellbar und für alle nutzbar sein. Wir hatten im Büro Leute zwischen 1,70 Meter und 1,90 Meter und das sollte dann schon für alle passen. Und so kam dann durch die Anforderung, die wir von Anfang an hatte, auch das Produkt zu Stande.


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